Was ist die Einpresstiefe ?

Mit der Einpresstiefe (kurz ET) eines Rades wird der Abstand zwischen der Felgenmitte (gemessen zwischen den Felgenhörnern) und der inneren Auflagefläche der Felge auf der Radnabe (gemessen in Millimetern) bezeichnet.

Die Einpresstiefe einer Felge ist nicht unbedingt der Wert an dem sich ablesen lässt, wie gut das Rad im Endeffekt am Fahrzeug aussieht. Die Einpresstiefe beschreibt vielmehr, wie tief das Rad im Kotflügel bzw. Radkasten steht. In der Regel haben wir es mit einem festen Wert zu tun. Manche dreiteilige Felgen lassen etwas Spielraum zur Variation der Einpresstiefen. Man kann die von der Felge vorgegebene Einpresstiefe aber auch mit Distanzscheiben verändern.

An jeder Felge befindet sich eine Fläche, mit der sie an der Radanschlussfläche, also an der Bremstrommel bzw. der Bremsscheibe anliegt. Diese Fläche heißt Flansch. Das zweite wesentliche Stück in diesem Zusammenhang ist ihr Maul. Man versteht darunter den zwischen den Felgenhörnern liegenden Bereich. Der Abstand zwischen den Felgenhörnern ist die Maulweite, die als Maß für die Felgenbreite (immer in Zoll angegeben) dient. Ein Zoll entspricht 2,54cm. Also mißt eine z.B. 9-Zoll-Felge ca. 23cm Breite.

Bei einer Einpresstiefe von Null befindet sich der Flansch genau in der Radmitte. Die Felge baut also genausoweit nach außen wie nach innen. Wichtig ist, dass die Felgenbreite immer ohne das Felgenhorn – also immer im Felgenmaus – gemessen wird.

Ist die Einpresstiefe positiv, dann ist die Auflagefläche gegenüber der Felgenmitte nach außen verschoben. Das Rad sitzt daher weiter innen im Radhaus. Wenn eine positive Einpresstiefe von z.B. Einpresstiefe (ET) + 35 verwendet würde, baut die Felge um 35mm weiter nach innen zur Fahrzeugmitte hin. Wenn man von der Felgenmitte (ET = 0mm) ausgeht, verringert sich die Breite der Fahrzeugspur je Radseite um 35mm, also insgesamt um 70mm.

Bei Angabe einer negativen Einpresstiefe von z.B. ET – 35mm, baut die Felge nach außen. Die Breite der Fahrzeugspur wird größer (insgesamt um 70mm von ET = 0mm ausgehend). Wenn  man nun zwei gleich breite Felgentypen zur Verfügung hat, ein Felgentyp hat eine positive ET (ET + 35mm), der andere Felgentyp eine negative ET (ET – 35mm), kann man nur durch die Verwendung der anderen Einpresstiefe die Gesamtspurbreite um 140mm verändern (ET + 35mm: 35mm + 35mm = 70mm ; ET – 35mm: 35mm – 35mm = -70mm).

Bitte beachten Sie, dass eine veränderte Einpresstiefe der Felge auch zu einer veränderten Lenkgeometrie der Vorderachse führt. Kleine Abweichungen sind dabei unbedenklich, der Fahrzeughersteller gibt in der Regel einen Spielraum für die ET vor.

Berechnung der Einpresstiefe:

Bei Felgen, deren Einpresstiefe nicht bekannt ist, kann durch zwei Messungen und eine Berechnung die Einpresstiefe ermittelt werden:

Die Felge wird zunächst mit der Außenseite nach unten auf eine flache Ebene gelegt. Da ein montierter, aufgeblasener Reifen das Ergebnis verfälscht, ist er daher vorher abzumontieren.

Jetzt wird der Abstand Ebene-Auflagefläche (A) gemessen. Dann wird die Felge gewendet und wiederum der Abstand Ebene-Auflagefläche gemessen (B).

Somit errechnet sich die Einpresstiefe mit folgender Formel: